Bei einer Veranstaltung möchte die Bürgerinitiative „Isselburg21“ auf angebliche Gefahren durch ein Europäisches Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten aufmerksam machen. Dabei wird angeführt, so könne von Isselburg Schadensersatz gefordert werden, falls Fracking weiterhin verhindert werde.

„Das ist billige Polemik und pure Angstmache, um die Bürger gegen TTIP aufzustacheln“, kritisiert der Isselburger FDP-Vorsitzende Kevin Schneider. „Dabei geht es in Wahrheit um eine fundamentale Kritik an der Globalisierung. Wer aber nicht mit der immer stärkeren Vernetzung leben will, darf sich gerne persönlich davon abkoppeln – der gesamten Gesellschaft dagegen den Fortschritt absprechen zu wollen, ist aberwitzig“.

Die Anwürfe, Fracking könnte durch TTIP in Isselburg ermöglicht werden, bezeichnen die Liberalen als "Unsinn". Ausländische Unternehmen würden nämlich nicht besser gestellt, als heimische Unternehmen – und diese dürften gegenwärtig schon erst gar nicht nach Gas „fracken“. Und auch Schadensersatz für entgangene, erhoffte Gewinne könne keiner verlangen: „Dafür liegt kein ersatzfähiger Schaden vor“, sagt Schneider.

TTIP eröffnet mehr Chancen, als es Risiken birgt

Sicher sind sich die Freien Demokraten in Isselburg dagegen, dass TTIP eine riesige Chance bietet. „Gemeinsam mit den Vereinigten Staaten hat die EU dann die einmalige Möglichkeit, weltweit soziale und ökologische Standards festzulegen – bevor uns solche von China oder Indien diktiert werden“, meint auch der stellvertretende FDP-Vorsitzende Andreas Böggering. Schließlich wolle man in Isselburg auch keine chinesischen Umweltstandards, die einen gesundheitsschädlichen Smog zulassen würden.